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Mara Kraus

Wer Mara Kraus trifft, bleibt still zurück
Im Zweiten Weltkrieg flüchtet Mara Kraus als 18-Jährige aus dem von Nationalsozialisten besetzten Italien über die Berge in die Schweiz. Nach einem 24-stündigen Marsch ist sie am Ende ihrer Kräfte. Doch der Schweizer Grenzsoldat sagt: „Hier können Sie nicht bleiben, Sie müssen zurück.“

Die zierliche Rentnerin mit den schlohweißen Haaren sitzt aufrecht an ihrem Schreibtisch im Bildarchiv der österreichischen Nationalbibliothek. Vor ihr steht ein alter PC, auf dessen Tastatur sie fleißig Daten eintippt. Drei Vormittage arbeitet Mara Kraus hier, einen weiteren im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands. Beides macht sie ehrenamtlich.

Bei der Nationalbibliothek hilft Mara, den fotografischen Nachlass ihres verstorbenen Mannes zu archivieren: dem Fotografen und Journalisten Joe Heydecker. Dieser dokumentierte heimlich die Ereignisse im Warschauer Getto und berichtete später als einer der wenigen Deutschen über die Nürnberger Prozesse. Neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit publiziert sie dessen Bücher und Manuskripte als E-Bücher, um sie vor dem Vergessen zu bewahren.

Mara beeindruckt mit ihrer aktiven, positiven Lebenseinstellung. Ohne ihre Arbeit kann sie nicht. Schelmisch lachend sagt sie: „Als ich jung war, habe ich mich amüsiert. Jetzt arbeite ich.“ Dabei klingt ihr Leben nicht gerade nach Amüsement – ihre Kindheit ist von Flucht geprägt. Mara ist 91 Jahre alt. Sie trägt schweres Gepäck, doch meist geht sie erhobenen Hauptes durchs Leben. Geboren ist Kraus 1925 in Zagreb in Ex-Jugoslawien: Sie ist fünf, als sich die Eltern scheiden lassen. 1933 zieht die Achtjährige mit ihrem Vater nach Belgrad.

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