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Fotografie Braunschweig

Antonio Fabrizi, Inhaber des Clubs 20457 in der Hafencity, Hamburg

„Das Leben ist doch geil. Wir haben keinen Grund schlecht drauf zu sein.“

ANTONIO FABRIZI, INHABER DES CLUBS 20457 IN DER HAFENCITY, HAMBURG

Hier, im Club 20457, findet jeder schnell Kontakt. Wenn er mag. Der Club, nach der Postleitzahl benannt, ist das Wohnzimmer der Hafencity, dem neuen Stadtteil im ehemaligen Hamburger Hafen. Es ist früher Abend, die ersten Gäste sitzen bereits an der Theke. Inhaber Toni begrüßt mich mit Handschlag und stellt mir den Gast vor, der neben mir sitzt. Ungewöhnlich, aber es gefällt mir. Toni ist eigentlich Banker. Insgesamt vier Mal hat er bei der Bank gekündigt – erst dann hat er den Absprung geschafft.

DU BIST EX-BANKER?

Ja. Ex-Banker hat die gleiche Wirkung wie Ex-Knacki. Die Gäste kommen, bringen jemanden mit, der dann raten soll, was ich vorher beruflich gemacht habe. Es kommt alles Mögliche, aber niemals Banker.

WIE LANGE WARST DU BANKER?

20 Jahre.

AHNUNG VON FINANZEN HAST DU. DAS MACHT DICH ALLERDINGS NOCH NICHT ZUM ERFOLGREICHEN CLUB-INHABER…

Das Leben ist niemals schwarz-weiß. Während der Finanzkrise war es nicht ungewöhnlich, von einer Dienstleistung zur anderen zu wechseln. Eine Bank ist ein Dienstleistungsunternehmen, ein Club auch. In London haben viele Banker eine Bar aufgemacht.

WIESO HAST DU DICH DAZU ENTSCHIEDEN?

Für mich war schon immer klar: Wenn ich 40 Jahre alt bin, gibt es einen Umbruch. Ich wollte nie in einer Bank arbeiten. Vier Mal habe ich bei der Deutschen Bank gekündigt und jedes Mal bekam ich von denen ein geiles Angebot und bin doch geblieben. Ich hab‘ es nicht bereut. Trotzdem war der Gedanke immer da, irgendwann eine eigene Theke zu haben. Meine Eltern sind beide Italiener. Ich bin mit dem Gedanken groß geworden, dass eine Bar alle Generationen umfasst. Auch die Oma soll mit ihren Enkeln hier reinkommen, Kaffee trinken und sich wohlfühlen. Ich kenne meine Gäste, viele kommen regelmäßig. Zum Beispiel das Pärchen dahinten, das sind Toni und Claire aus Manchester.

DU MACHST DEINE GÄSTE AUF SEHR CHARMANTE ART MITEINANDER BEKANNT. DAS IST UNGEWÖHNLICH…..

Warum? Das ist meine Art. Ich habe meinen Job früher immer gern gemacht, mir hat aber die Lebensfreude gefehlt. Das Leben ist doch geil. Wir haben keinen Grund schlecht drauf zu sein. Ich habe als Banker Existenzgründer begleitet. Leute, die sagen, sie ändern ihren Lebensweg. Was sie beschäftigt hat, war häufig die Frage, was sie machen, wenn sie scheitern. Anstatt zu sagen: „Geil, ich mache das, was ich machen will. Was wird mir das alles bringen, an Selbstbestimmung zum Beispiel und an positiven Gefühlen?“ Wenn es scheitert, dann scheitert es, davon geht die Welt nicht unter. Die Menschen suchen immer nach dem Haken. Vielleicht ist es meine Herkunft: Ich hatte immer Spaß daran, Leute kennen zu lernen und einander vorzustellen.
Jeder der neu ist im Club, bekommt erst mal einen Schnaps. Ich lerne den „burning finger“ kennen. Toni macht es vor, ich mache es nach. Erst taucht man den Finger in das Glas mit Sambuca-Likör. Dann steckt Toni den Sambuca-Finger mit seinem Feuerzeug an. Den flammenden Finger löscht man dann im Mund. Es schmeckt super und alles ohne Brandblasen. Geschafft. Jetzt bin ich Level-1-Gast. Es gibt insgesamt 5 Level. Was man für die anderen Levels tun muss, verrät Toni nicht.

WIE KAM ES, DASS ROLF BRENDEL, DER EHEMALIGE SCHLAGZEUGER VON NENA, BEI DIR GELESEN HAT?

Es gab hier immer Lesungen. Ich war 12, als Nena bekannt wurde und ich war ein großer Fan von ihr und ihrer Band. Ich besorgte mir die Mailadresse von Rolf, der damals Schlagzeuger, Texter und Komponist bei Nena war. Ich schrieb ihm einfach eine Mail und fragte ihn, ob er bei mir lesen wollte. Innerhalb von fünf Minuten bekam ich eine Antwort: „Hi Toni, ich komme!“. Rolf ist ein toller Mensch. Er kam hier rein und es war absolut stimmig. Ich habe ihn gefragt: „Wie ist das, wenn du einen Hit geschrieben hast? Wie ist das, wenn du vor 20.000 Menschen spielst? Was macht das mit dir?“ Er sagte: „Das war eine richtig coole Zeit, aber jetzt bin ich Opa und wohne in Cloppenburg. Mein Leben war damals toll und jetzt ist es auch toll, aber anders.“

GIBT ES EINE BESONDERE ERFAHRUNG IN DEINEM LEBEN?

Ich reise super gern und so bin ich zum Jakobsweg gekommen. Es ist schon esoterisch. Ich habe aber weder Gott gesehen, noch den Gong gehört oder ein Licht gesehen. Meine Erkenntnis war: Es gibt im Leben immer interessante Begegnungen, sie gehen nur unter, weil man komplett dicht ist. Sehr oft ist es ein Schutz, eine Mauer, jede Begegnung kann ja verletzend sein. Beim Jakobsweg war nichts um mich herum. Da war nur den Weg. Für mich als überzeugten Stadtmenschen war es sehr interessant zu erleben, wie in der Natur die Instinkte wieder kommen. Du nimmst plötzlich wahr, woher der Wind kommt. Es singen zwei Vögel und du kannst sie unterscheiden. Du bist so sensibel. Ich war im März dort. Es waren nicht viele Menschen unterwegs, aber lange, bevor ich jemanden gesehen habe, spürte ich, dass ich gleich jemandem begegnen werde. Und wenn man sich dann auf die Menschen einlässt, ist das der Hammer. Jede Geschichte ist so spannend. Es gibt so viele Menschen, die sagen, sie seien nichts Besonderes, aber jeder ist durch sein Leben gegangen. Es ist doch oft so, man mag jemanden nicht und weiß nicht, warum. Wenn ich darüber nachdenke, stelle ich fest, sie haben etwas, das mich an mich selbst erinnert. Man wird sensibel und demütig. Ich werde oft gefragt, weshalb ich so freundlich bin. Ich sage, es gibt keinen Grund unfreundlich zu sein. Es geht mir gut. Das kann in der nächsten Minute anders sein und das ist Glück.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=”1/2″][vc_single_image image=”1185″ img_size=”full” alignment=”center” css=”.vc_custom_1460370209716{margin-top: 20px !important;}”][/vc_column][/vc_row][vc_row css=”.vc_custom_1460369757381{margin-top: -20px !important;}”][vc_column css=”.vc_custom_1460370381905{margin-top: -40px !important;}”][vc_column_text]

WARUM WOLLTEST DU DEN JAKOBSWEG GEHEN?

Damals war ich Banker in Hamburg-Blankenese, 30 Kilo schwerer, hatte einen geil bezahlten Job, Firmenwagen, Handy. Ich war privilegiert, aber das war nicht das Leben. Ich kam mir vor, wie in Watte gepackt. Ich lebte nur in einem Teil der Welt. In meinem Umfeld war alles auf Bank ausgelegt. Ich war keine 40 und hab‘ mich gefragt: Wo ist die Zeit, als ich die Nächte durchgefeiert habe? Wo sind meine Ideen?

DU HAST DIR VOM JAKOBSWEG EINE RICHTUNGSWEISUNG ERHOFFT…

Richtig. Ich bin dreieinhalb Wochen von Ponferrada nach Finisterre gewandert. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nicht laufen will. TAXI! Das war der Running Gag unter meinen Freunden. Toni und laufen und dann der Jakobsweg! Ich wollte nur diese 200 Kilometer schaffen, damit ich die Urkunde kriege, sonst hätte mir das kein Mensch geglaubt. Erst mal war ich zwei Tage in Santiago, total tiefenentspannt, und ließ alles auf mich wirken. Ich habe gesagt, wenn es mich auch nur irgendwie anstrengt, bleibe ich hier oder fliege nach Mallorca und mache dort Urlaub. Dann bin ich mit einem Bus voller Pilger ungefährt 250 Kilometer nach Ponferrada gefahren. Die Pilger sahen alle so spaßbefreit aus, alle mit Jakobsmuschel und Multifunktionswäsche. Und mittendrin ich, mit meinen gerade mal zwei Tage alten Wanderschuhen. Es war März, ich sah die Berge und Schnee. Wir kamen um 16 Uhr an. Es war kalt und es wurde dunkel.
Das Kreuz war wichtig für mich. Es gibt die Tradition, einen Stein von zu Hause mitzunehmen. In diesen Stein legt man alles rein, was einen belastet und lässt ihn am Kreuz zurück. Ich steh‘ auf sowas, aber ich wußte nicht mal, wo der Weg zu dem Kreuz ist. Die Einheimischen zeigten nach oben auf den Berg. Das war das einige Mal, dass ich geschummelt habe: Ich habe mir ein Taxi genommen. Der Taxifahrer ist den Berg hochgefahren und hat mich am Kreuz rausgelassen. Ich war mutterseelenallein und legte meinen Stein zu den anderen. Ich habe mich an das Kreuz gesetzt und eine Zigarette angezündet: „Geil, jetzt bist du hier.“ Ey, dann blieb mir nichts anderes übrig, als zu laufen. Alle 20 km gibt es eine Herberge. Es wurde schweinekalt und dunkel. Ich hörte Geräusche, konnte aber nichts sehen. Als Stadtmensch war ich Licht gewohnt, aber ich hatte nicht mal eine Taschenlampe. Es gibt Pfeile oder Muscheln als Wegweiser. Nach zwei Stunden erreichte ich ein Bergdorf. Jemand schlug die Glocke. Mir standen die Haare zu Berge. Der letzte Tempelritter Thomas lebt in diesem Dorf und sobald er einen Pilger sieht, schlägt er die Glocke und nimmt ihn auf. Es gibt einen alten Hühnerstall mit einem alten Ofen. Thomas machte mir eine Pilgersuppe. Da fing der Weg an. Die ersten drei Tage konnte ich kaum laufen, weil ich so untrainiert war. Aber ich habe es durchgezogen.

Hier der Kontakt vom Club:
Club 20457
Osakaallee 8
20457 Hamburg
info@club20457.de