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Fotografie Braunschweig

Holger Stonjek, Klavierbauer und Inhaber der Firma Sandberg in Braunschweig

Holger Stonjek, Klavierbauer und Inhaber der Firma Sandberg in Braunschweig

„Wir waren wahrscheinlich die Ersten, die einen Katalog produzierten, in dem Instrumente mit Personen zu sehen waren. Es ist in der Gitarrenbranche üblich, nur die Instrumente abzubilden. Das war vor vier Jahren. Das erste Shooting fand in einem alten Lungenkrankenhaus oberhalb von Berlin statt, mitten im Wald. Das hat 20 Jahre leer gestanden. Da haben wir den Katalog produziert. Meine Tochter war mit, als helfende Hand. Der Fotograf hatte einen Koffer dabei, mit ein paar Utensilien, darunter auch ein Hochzeitskleid. Es war im Oktober und relativ spät am Tag. Die Nebelschwaden zogen rein, alles im Gegenlicht. Das gab eine ganz dubiose Atmosphäre. Dann meinte der Fotograf zu meiner Tochter: „Zieh’ doch mal das Hochzeitskleid an und stell’ dich in die Ecke.“ Das sah total super aus, diese abgeranzten Wände, Fensterscheiben rausgeschlagen, Putz liegt auf der Erde, da stehen Bässe und Gitarren und meine Tochter mit dem Kleid im Hintergrund. Unsere Kunden sind total auf diesen Katalog abgefahren. Bis heute gibt es keine andere Gitarrenfirma, die Prospekte macht, in denen auch Menschen zu sehen sind. Bei dem darauffolgenden Shooting war ich der Hauptdarsteller. Ich bin in Pollenca rumgelaufen und der Fotograf ist hinter mir her. Dabei sind tolle Bilder rausgekommen. Einige der Fotos sind sogar in der Villa von Peter Maffay auf Mallorca entstanden…

Ihr durftet in der Villa von Peter Maffay fotografieren? Wie habt ihr das geschafft?

Der Bassist von Peter Maffay ist mein Lieblings-Endorser. Ein „Endorser“ ist ein bekannter Musiker, der Instrumente günstiger von einer Firma bekommt. Die Firma darf dafür mit ihm Werbung machen. Mit dem Bassisten von Peter Maffay arbeite ich schon seit über 20 Jahren zusammen und es ist mittlerweile ein Freund von mir. Ich habe Peter Maffay mal auf Malle besucht, da haben die grad’ Studioaufnahmen gemacht. Wir haben zusammen gekocht, Curry-Chicken, hinterher auf der Terrasse gesessen, eine schöne Zigarre geraucht … Ja gut, auf jeden Fall hat Peter Maffay ihn, Ken Taylor, so heißt der Bassist, angesprochen: „Frag doch mal den Holger, ob ich mal ‘ne Gitarre von ihm testen kann, das würde ich gerne machen.“ Dann hab’ ich ihm eine gebaut und das ist dann seine Lieblingsgitarre geworden. Und dann meinte er irgendwann zu Ken: „Ich möchte mich bei Holger bedanken, mach doch mal einen Termin.“ Und dann hat er grad’ in Wolfsburg gespielt, in dieser Fabrik, und ich bin hin und wir haben uns kurz getroffen. Er hat sich für die Gitarre bedankt und gesagt: „Holger, wenn ich dir mal einen Gefallen tun kann, sag mir Bescheid und das meine ich sehr ernst.“ Ein Jahr später hatten wir dann dieses Shooting auf Mallorca. Ich habe ihn gefragt, ob wir seine Villa dafür nutzen können. Er hat sofort gesagt: „Ich rufe meine Sekretärin an und mache alles klar. Du kannst rein, wann du willst.“ Das rechne ich ihm hoch an. Er ist ein Mann des Wortes und das ist ihm auch sehr wichtig. Allein, dass er sich bei mir persönlich bedanken wollte, finde ich schon mal sehr toll. Das ist eine besondere Art der Wertschätzung. Ich kenne das bei vielen anderen Musikern, die das nicht so handhaben, deswegen hat mich das auch besonders gefreut.

Du hast viele berühmte Musiker als Kunden…

Mittlerweile ja, schon.

Aber so hast du nicht angefangen…

Nein, die fliegen einem nicht zu.

Wie wurden die Musiker auf dich aufmerksam?

Wir haben irgendwann gemerkt, es reicht nicht, wenn man tolle Instrumente baut. Man muss sie auch verkaufen. Wie macht man das? Wir haben angefangen, Klinken zu putzen. Wir sind zu Konzerten gefahren und haben dort versucht, mit Musikern in Kontakt zu kommen. Also Backstage, hallo sagen, ich bin der kleine Holgi, ich hab’ ‘ne Gitarre gebaut und wenn man Glück hat, haben die auch Bock, sich nach dem Konzert nochmal hinzusetzen und zu spielen. So sind die ersten Kontakte zustande gekommen und irgendwann gibt es einen Schneeballeffekt. Dann hast du ein paar Musiker, die deine Gitarren spielen, die sie auch leidenschaftlich spielen, und die treffen sich dann auch bei Festivals. Was machen Musiker nach einem Konzert? Die hängen Backstage ab, reden über ihr Equipment: “Was hast’n du für eine Gitarre?“. „Ich hab ‘ne rote von Mmmmm“. „Und ich hab ‘ne blaue von Sandberg“. „Sandberg? Kenne ich nicht, zeig mal!“. Dann spielt der die und dann kriegt man die ersten Anrufe von anderen Musikern. Bei Norbert Hamm von Grönemeyer war das zum Beispiel so. Der hat hier angerufen und meinte: „Ich bin der Norbert, ich spiele bei Grönemeyer, und ich hab grad den sowieso von der und der Band getroffen und deine Gitarre ausprobiert. Kannst mir auch mal eine schicken zum Testen?“. So fängt das dann an.

Das dauert aber sicher seine Zeit…

Ja, das dauert sehr lange. Vor 15 Jahren kam Rammstein dazu. Da waren die noch ganz unbekannt, aber total nett. Sie wollten, dass ich ihnen einen Bass baue, zum Testen. Damals war das eine aufstrebende Band, sehr zielstrebig, aber die kannte kaum jemand. Und heute sind sie der deutsche Exportschlager. Jeder, überall auf der Welt, kennt Rammstein. Ob das in Hongkong ist, in Taiwan, oder sonstwo. Die haben mit ganz wenig Etat angefangen. Du musst dich um die Leute kümmern und wenn du irgendwann eine gewisse Anzahl von Musikern hast, und vielleicht auch genau die richtigen, dann verbreitet sich das von selbst.

Wie viele Instrumente produziert ihr im Jahr?

Ungefähr 1.200, mit derzeit 25 Leuten, davon 18 Festangestellte.

Wie lange machst du das schon?

30 Jahre, vor 15 Jahren hatten wir sechs, sieben Mitarbeiter und dann ist es step-by-step gewachsen.

Gibt es etwas, das dich ganz persönlich weitergebracht hat?

Viele Sachen haben mich persönlich weitergebracht, nicht nur eine. Was soll ich erzählen? Dass ich meine Frau irgendwann mal kennengelernt habe? Wir sind 20 Jahre zusammen, meine Tochter wird dieses Jahr 19. Das hat mich persönlich sehr weitergebracht. Und in der Firma? Da fällt mir gar nichts so Markantes ein, es ist halt ein andauernder Prozess, was auch sehr schön ist. Man entwickelt sich. Ich merke an mir in den letzten drei Jahren, dass ich neue Sachen entdecke, die mich interessieren und irgendwie anregen.

Was machst du aktuell in der Firma?

Ich bin vielleicht noch fünf bis 10 Prozent meiner Zeit in die eigentliche Produktion involviert. Ich mache noch ein paar Lackierungen. Und dann ganz viel Forschung und Entwicklung: Finishes ausdenken, neue Farben, Oberflächen, Modelle oder neues Design, solche Sachen. Und ganz viel Werbekonzepte, Kundenkontakte. Viel rumfahren, Leute besuchen. Das ist das Wichtigste.

Du bist weltweit unterwegs. Wie oft bist du auf Reisen?

Ungefähr sechs Wochen im Jahr, aber nicht am Stück. Da bist du dann mal in Singapur, Hongkong oder so, aber sehen tust du da nichts. Du triffst dich mit Leuten, maximal zwei Tage, und bist schon wieder weg. Ab und zu besuchen wir Musikläden und spielen da. Ich halte einen kleinen Vortrag über Instrumentenbau, über die Firma und dann spielen wir halt mit einem Schlagzeuger und einem anderen Bassisten und manchmal mit ein paar Gastmusikern. Das macht total Spaß, da haben wir schon ganz tolle Konzerte gehabt.

Kontakt:

sandberg guitars

Holger Stonjek
Heinz-Scheer Str. 2
D-38126 Braunschweig
e-mail:  home@sandberg-guitars.de